· 

Little Feat - Time Loves A Hero (1977)

Little Feat waren einfach nur gut. Lowell George, der Slide-Gitarrist mit der sanftluesigen Stimme, erzählte große Geschichten über kleine Leute, über Liebe, über Unnahbarkeit, über Sehnsüchte. Und das alles in diesem von der kalifornischen Sonne durchwärmten und brodelnden Breitwandsound, der leicht funkig, jazzig, folkig die Gehörgänge umschmeichelte.


Little Feat kannte ja damals in Deutschland kaum einer. Das ging erst nach dem „Rockpalast“-Auftritt in Essen, so richtig los. Ich besaß damals schon alle Platten, ich war Insider, ich war stolz wie Oskar. Und ich kaufte mir natürlich auch die „Time Loves A Hero“, die sechste Veröffentlichung der Band aus Los Angeles. Und danach das tolle Live-Album „Waiting For Columbus“, schließlich die „Down On The Farm“.

Gerade eben noch breitete ich sie alle aus, guckte mir diese knallbunten Cover an und stellte erschreckt fest, dass „Time Loves A Hero“ fehlt. FUTSCH. Das ist ja ein Ding! Ob Martin damals, Anfang der 1980er-Jahre, die Platte mitgenommen hatte, als er meinte, er müsse jetzt unbedingt nach Nürnberg und mithelfen, die Szene im und um das Jugendzentrum KOMM politisch aufzumischen? Er mutierte zu einem Hardcorepunk der militanten Art und brauchte Little Feat sicherlich nie mehr.

Oder war es Michaela, die heute als Heilpraktikerin im Schwäbischen lebt und sich immer noch nicht so richtig selbst verwirklicht hat. Da kann ihr die Platte auch nicht helfen. Sollte ich die beiden ausfindig machen, um meine Feat-Platten zurückzufordern? Wohl kaum. Frage: Brauche ich denn die Platte wirklich noch? Klares Ja. Und nicht nur, damit die Sammlung wieder vollständig ist. Little Feat waren eben einfach nur gut. Punkt.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0