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„Im Bett mit Rockgöttern“ von Pamela des Barres (2008)

Pamela des Barres, heute Autorin und einst Mitglied der Groupie-Girl-Group (GTO`s), die Ende der 1960er-Jahre von Frank Zappa produziert wurde und sogar eine LP veröffentlichten, wurde in den Staaten als Super-Groupie berühmt. Für ihr Bekenntnis-Buch „Im Bett mit Rockgöttern“ (Heyne, 527 Seiten) lud sie sich 24 Kolleginnen ihres ehemaligen Gewerbes ein, ließ sie frei weg von der Leber erzählen und schuf daraus dieses amüsant zu geniessende und äußerst heitere Betthupferl.

Ob Gail Zappa (die Witwe von Frank) oder Cynthia Plaster Caster (das ist die Frau, die u.a. mit den Penisabdrücken von Jimi Hendrix berühmt wurde) oder Lori Lightning (das wilde Hollywood Teenage-Groupie) – sie alle erinnern sich gerne und ohne Scham zurück an wilde Sex & Drugs-Zeiten mit ausgiebigen bis extremen Beischlafaktionen, an tagelangen Parties, an die Macken und Schrullen berühmter Stars wie Jim Morrison, Jimmy Page, Alice Cooper, Iggy Pop oder auch Musiker und Bands der jüngeren Zeit wie Kurt Cobain, Pussy Galore, Slipknot.
Aber es steckt auch noch mehr hinter und in den Geschichten, da sie sehr viel über die Frauen verraten, die sich nie als Dummerchen blenden und verführen liessen, sondern sehr selbstbewusst ihren Job als Groupie wählten. Und wichtig außerdem: Es sind Lebensgefühle der – überwiegend – 1960er-/1970er-Jahre aus Amerika, um die es hier geht. Und die sind nicht übertragbar sind auf europäische oder gar deutsche Lebenswelten jener Zeit.
Der Star-Kosmos zum Beispiel in Los Angeles war überschaubar, jeder kannte jeden, es war normal, diesen oder jenen zu treffen. So berichtet Gayle O`Connor in ihrem Text „Verrückte Nächte“: „Gene Simmons von Kiss trug fünfzehn Zentimeter hohe Plateaustiefel, Totenkopfringe an allen Fingern und dazu hautenge Jenas. Und er war groß. Wegen der Maske wurde er zwar nicht erkannt, aber er sah trotzdem wie ein Freak aus. Am besten erinnere ich mich an einen Abend in einem bekannten Restaurant, Wir gingen rein, und da war eine Privatparty für Hall & Oates im Gange. Der Türsteher sagte: `Tut mir leid, wir haben geschlossene Gesellschaft.` Wir wollten gerade wieder gehen, als der Türsteher meinte: `Hey, warten Sie mal, sind sie nicht Gene Simmons? Sie können natürlich reinkommen!` Ich war 20 Jahre alt, und da waren Rod Stewart, die Rolling Stones, Hall & Oates und Bad Company...“ Empfehlenswert, dieser gnadenlose Schmökerspaß, keine Frage!

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