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Geier Sturzflug - Comeback (Die letzte Runde) (2026)

Im vergangenen Jahr schien Friedel Geratsch das Kapitel Geier Sturzflug beenden zu wollen und veröffentlichte in kurzen Abständen die CDs „Sicht“, „Licht“, „Spricht“ und „Schicht“. Spätestens bei Letzterer durfte man annehmen: Jetzt ist wirklich Feierabend. Eben Schicht im Schacht.

 

Weit gefehlt, denn mit „Comeback (Die letzte Runde)“ (Lasso-Music) meldet sich Geratsch erneut zu Wort und serviert eine knapp 45-minütige Power-Revue, die vor Energie, Witz und Ideenlust nur so sprüht. Ob diese „letzte Runde“ tatsächlich die letzte Geier-Sturzflug-Ehrenrunde sein wird, darf man nach den Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit getrost bezweifeln. Aber solange dabei derart handfeste, bodenständige und angenehm uneitle Musik herauskommt, dürfte sich darüber niemand beklagen.

 

In 16 Songs seziert Geratsch mit spitzer Feder, feinem Humor und beneidenswert wachem Blick gesellschaftliche Marotten, digitale Verrenkungen und menschliche Eigenarten. Seine Texte schaffen das Kunststück, gleichzeitig zu schmunzeln und zu pieksen: mal satirisch, mal nachdenklich, aber nie mit erhobenem Zeigefinger.

 

Auch musikalisch bleibt es abwechslungsreich. Rasante Rock-Riffs treffen auf entspannte Reggae-Vibes, zwischendurch blitzt die Neue Deutsche Welle auf, bevor plötzlich mit „Keiner hat gesagt“ eine Ballade um die Ecke biegt und die Szenerie kurz entschleunigt. Die Produktion bleibt angenehm unaufgeregt und konzentriert sich auf das Wesentliche: gute Songs, kluge Beobachtungen und genügend Raum für beides. Kraftvolle Unterstützung erhält Geratsch (Gesang, Gitarre, Keyboard, Bass) von seiner bestens aufgelegten Mannschaft: Carlo von Steinfurt (Bass, Saxofon), Steffen Bähr (Schlagzeug, Posaune) und Reiner Hundsdoerfer (Chorgesang).

 

Unterm Strich ist „Comeback – Die letzte Runde“ ein Album voller Biss, Charme und ungebremster Spielfreude. Und sollte dies tatsächlich die letzte Runde sein, dann verlässt Friedel Geratsch die Bühne mit erstaunlich viel Schwung. Sollte es doch noch eine Zugabe geben – nun ja, überrascht wäre inzwischen wohl niemand mehr.

 

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