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Bo Hansson - Lord Of The Rings (1972)

Bo Hansson, der schwedische Keyboarder, war ein wahrer Magier der Büh-nenpräsenz, weil er niemals wirklich präsent war – er war praktisch unsichtbar. The Invisible Man Of Rock. Von ihm gab es weder Poster, Filme noch Fotos, mit ihm gab es keine Interviews, über ihn gab es keine Informationen und Live-Konzerte spielte er meines Wissens nach auch nicht. Von Bo Hansson gab es nur Musik auf Schallplatte.


Sein Debüt, mit dem er sich in unsere Jungenzimmer schlich, war seine ganz persönliche Interpretation der Fantasy-Story „Herr der Ringe“ von J.R.R.Tolkien. War damals schwer angesagt. Die Schwarte des britischen Sprachwissenschaftsprofessors habe ich zwar nie gelesen, dafür aber habe ich Hanssons Platte „Lord Of The Rings“, die 1972 erschien, unendlich geliebt.

 

Die fidele und quicklebendige Instrumentalmusik, die aus dem Deckel-lautsprecher meines Mister-Hit-Plattenspielers in meine Gehörgänge schwebte, überraschte mich mit scheuen Flötenklängen, sanftem Getrommel, zaghaften Slides auf der E-Gitarre, kühnen Melodieläufen auf Orgel und Synthesizer und manch lakonisch arrangiertem Zusammenspiel und so vielem mehr. Und die Kompositionen waren so federleicht, so intensiv, so vereinnahmend, dass es mir überhaupt nichts ausmachte, dass der Schöpfer dieser putzmunteren Klänge aus dem Verborgenen heraus agierte.

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