Es ist tatsächlich so: Die 14 neuen Songs, die Friedel Geratsch mit seiner Geier-Sturzflug-Combo frisch auf CD gepresst hat, sind dieses Mal ungewöhnlich rockig ausgefallen. Vielleicht deswegen, weil er für diese Produktion ausschließlich Cigarbox-Gitarren verwendet hat. „Alles im Eimer“ (Yellow Snake Records/Timezone Records, Dauer: 39:32), so der Silberling-Titel, präsentiert auf jeden Fall kompakte Grooves und knackige Kurzgeschichten, die als Zuhörmusik und Party-Mucke gleichermaßen gut funktionieren.
Die Band um Friedel (mit dabei sind Carlo von Steinfurt, Reiner Hundsdoerfer, Mike Gromberg, Karsten Riedel und Stephan Schott) agiert mit ausgeschlafenem Spaß am lustvollen Spiel und zimmert
sehr akkurat die unterschiedlichen musikalischen Rahmen, in denen sich die pfiffigen Stimmungsbilder des unermüdlichen Singer-/Songwriters, die in bekannter Manier pointiert und gewitzt getextet
sind, vorzüglich präsentieren können.
Wieder einmal hat es Friedel Geratsch geschafft, einen ideenreichen Rundumschlag zu fabrizieren, dessen kreative Kraft sich sich nicht aus spektakulären Sounds speist oder an charakterlosem
Schunkelpop orientiert, sondern einzig und allein aus dem Herzen kommt, dabei dynamisch, eingängig, mitreißend, tiefgründig, sinnig, nachdenklich und noch so viel mehr ist. Und eben auch zeitlos
gut. Sogar sehr gut!
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