In Memoriam: Emerson, Lake & Palmer


Ulli Engelbrecht

Emerson, Lake & Palmer waren einfach meine Lieblingsband. Die drei Briten, die so wunderbar die Rockmusik auffrischten, die mal eben nicht nur dreiminütige ChirpyCheep- und TweedleDum-Hits fabrizierten, sondern sich Gedanken machten, kompositorische Überraschungsangriffe wagten und einen exquisiten Mix aus klassischer Verspieltheit und rockgrundierten Rhythmen boten.

 

Viele Jahre später, als ich als Zeitungsredakteur arbeitete, hatte ich das Glück, Keith, Greg und Carl zur Reunion-Tour interviewen zu dürfen. In Hamburg war`s, im Marriott-Hotel, exakt am 29. April 1992. Das war vielleicht aufregend! Zwanzig Jahre lang kannte ich die drei doch nur aus den Geschichten der Musikgazetten oder von Fotos, und plötzlich stehst du den Helden deiner Kindheit gegenüber... Wahnsinn... Gespräche gab's in der Kürze der Zeit leider nur mit Keith und Carl. Spannend war's, keine Frage. Es machte mich schier atemlos, als Keith u.a. von seinen Sessions mit Jimi Hendrix erzählte, und dass er mit ihm sogar die Idee hatte, eine Band zu formieren (unter dem Namen HELP)... und als Carl vom aufreibenden Tourleben und den Auftritten in den riesigen US-Arenen berichtete, in denen er mit ELP und später mit ASIA gespielt hatten - da war man als kleiner Musikhörer plötzlich mittendrin im globalen Rockgeschehen.

 

Das Konzert von ELP, Wochen später, dass ich in der Essener Grugahalle hörte, brachte mich auf den Boden zurück, denn es war ein schlechtes Konzert: lustlos 'runtergezockt, unbeseelt, und - nicht nur Greg - alle drei kränkelten irgendwie an diesem Abend. Das war für mich und die rund 4000 Fans wahrlich kein Vergnügen mitanzusehen, wie sich da eine Legende um Kopf und Kragen spielte.

 

Das alles ist lange her, trotzdem liebe ich sie immer noch, höre gern den progressiven Sound der frühen Jahre, der mich stark beeinflusst hat. Das wird auch nochmal in meinem Nachruf zum Tod von Keith Emerson und Greg Lake deutlich, der hier nachgelesen werden darf.